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Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu, und in diesem unvergleichlich schönen Spätherbst des Jahres 2011 begehen wir unseren inzwischen schon traditionellen Hubertusabend im Gedenken an den Schutzpatron der Jägerei, den Heiligen Hubertus.
Auch wenn es nur wenig gesicherte historische Daten gibt, so ist doch fast jedem die Legende des Mannes bekannt, der um 708 n.Chr. Bischof von Lüttich war, der geläutert und vom wilden, hemmungslosen Jäger zum gottesfürchtigen Menschen wurde.
Hubertus hatte an einem Karfreitag einen Weißen Hirsch zu Stande gehetzt und erblickte dann zwischen den Geweihstangen ein leuchtendes Kreuz.
Hubertus erkannte hier seine eigentliche Berufung und gab die Jagd auf.
Dies bedeutet für uns Jäger jedoch ganz sicher nicht, auch die Jagd dran zu geben.
Für Hubertus war ein Jagderlebnis die Zäsur seines Lebens. Sein Leben verlief nun in neuen Bahnen.
Für uns sollte die Lehre allerdings die sein, inne zu halten und unsere Werte, gerade in Bezug auf die Jagd, auf den Prüfstand zu stellen.
Hubertus war ein Kind des Mittelalters mit all seinen damaligen Problemen.
Wir leben in einer völlig anderen Zeit, die von völlig anderen Problemen geprägt ist. Gerade in diesem Jahr haben wir hier ja wieder im Zusammenhang mit Fukushima begreifen lernen müssen, dass das, was technisch machbar ist, noch lange nicht unbedingt sinnvoll und beherrschbar bleibt.
Ein totaler Jagdverzicht in der Nachfolge des Heiligen Hubertus wäre weder aus der Sicht des Wildes noch aus der Sicht unserer Wälder ein segensreicher Weg. Es wäre eher der Anfang einer verantwortungslosen Vernachlässigung, weil hier der Natur mit ihren Geschöpfen ein wichtiger Fürsprecher abhanden käme.
Wenn es auch vielen der Jagd distanziert gegenüber Stehenden schwer verständlich sein wird, so ist es doch ein Faktum, dass durch die vernünftig ausgeübte Jagd der Wildbestand gesichert und gleichzeitig nachhaltig genutzt wird.
Die Aufgabe des Jägers ist es also, die Jagd in Form einer Obhut auszuüben. Allerdings sollte der Jäger hierbei niemals aus dem Auge verlieren, dass er bei seinem Tun gegenüber der von ihm bejagten Kreatur eine Verantwortung für das Tier als Mitgeschöpf hat.
Es erscheint mir schlimm genug, wenn bei der Fleischproduktion moderner Großbetriebe Tiere zu bloßen Sachen als Gebrauchs- oder Verbrauchsgüter, ohne Respekt vor ihrem Eigenwert, degradiert werden.
Auf diese hiermit verbundenen Probleme in Bezug auf Antibiotika, genetisch verändertes Futter, etc. will ich gar nicht eingehen.
Die meisten Jäger erfreuen sich an „ihrem“ Wild und bejagen es durchaus waidmännisch und auch achtungsvoll.
Doch so manches Mal sitzt dann doch der Jagdteufel des alten Hubertus auf der Laufschiene und die Jagd wird hemmungslos, durchaus auch rücksichtslos.
Gerade in Zeiten wie heute – in denen das Wild durch einen von der Natur überreich gedeckten Tisch in Form von Eicheln und Bucheckern fast unsichtbar wird – wird schnell mehr riskiert, als eigentlich verantwortet werden kann.
Auch bei Drückjagden erlebt man, wie sonst besonnene Waidgenossen überaus risikobereit werden und frei nach dem dummen Spruch „Nicht geschossen ist auch gefehlt“ auf alles Dampf machen, was halbwegs in den Bereich ihrer Büchse kommt.
Auch unter dem Schleier der Nacht wird so mancher Schuß gewagt, der weit jenseits jagdlich verantwortbaren Tuns liegt.
Als Resultat kommen dann immer wieder bedauernswerte Kreaturen zur Strecke, wie jene Bache, die ein Mitjäger im gerade vergangenen Mond in unserem Revier schoß und der der halbe Unterkiefer und die Zunge fehlten. Ein Rätsel, wie dieses Tier einen solchen Schuß überlebte und sogar ausheilen konnte.
Angesichts einer solch gequälten Kreatur, deren Schmerzen und Not, die durch keine hilfreichen Medikamente gelindert wurden, man sich besser nicht ausmalen möchte, sollten wir einmal mehr an unsere Verantwortung gegenüber dem Wild als Mitgeschöpf erinnert werden.
Und wir sollten vielleicht auch manchmal den Finger gerade sein lassen.
Wir Jäger wissen, dass die Jagd notwendig ist, der Natur und dem Wild nützt und gleichzeitig gesetzlicher Auftrag ist.
Wir wissen aber auch, dass durch die Verstädterung der Bevölkerung viele Menschen keinen Zugang zu jagdlichem Tun haben, ja viele Jagdgegner geradezu mit blindem Haß der Jagd entgegenstehen.
Wenn wir jedoch selbst durch Leichtfertigkeit die bejagte Kreatur zur geschundenen Kreatur machen, öffnen wir der Argumentation von Jagdgegnern Tür und Tor.
Sicher ist es peinlich, wenn Wildschäden ein Loch in die Jagdkasse reißen, aber dies darf nicht als Argument für unverantwortliche Schüsse benutzt werden.
Wir dürfen uns im Dialog mit der Öffentlichkeit und Jagdgegnern nicht angreifbar machen.
Wenn wir jedoch unsere Hegegrundsätze und die Waidgerechtigkeit über Bord werfen, weil wir plötzlich auch finanziell mehr gefordert werden als sonst, stellen wir uns selbst in Frage.
Wenn wir jedoch nicht vergessen, dass das von uns bejagte Tier ein Mitgeschöpf ist, das genauso Schmerz, Panik und Todesnot empfindet, fällt es sicherlich leicht, einen riskanten Schuß zu unterlassen.
Tiere sind eben keine bloßen lebenden Zielscheiben, Jagd - auch eine Drückjagd – ist keine sportliche Veranstaltung.
Und sicher verdient der Schütze mehr Respekt, der einen riskanten Schuß unterlässt, als der mit Schützenbruch dekorierte Jäger, der ein Stück mit üblem Keulenschuß zur Strecke brachte.
Natürlich werden bei der Jagd bedauerlich Schlechtschüsse niemals ganz auszuschließen sein. Die Jagd ist eben ein raues Handwerk.
Aber wir sind aufgerufen, diese Schüsse – auch durch Selbstbeschränkung – zur absoluten Ausnahme werden zu lassen. Ein Anblick wie der der beschriebenen, bedauernswerten Bache möge hier als Mahnung dienen.
Wenn wir unseren Hubertustag begehen, ist dies ja keine religiöse Veranstaltung, sondern ein Innehalten und Reflektieren, durchaus auch ein Insichgehen.
Wir stehen eben an der heiklen Berührungsstelle zwischen Leben und Tod. Wir lieben unser Wild, töten es aber, um es zu erbeuten.
In diesem Spannungsfeld ist Leichtfertigkeit fehl am Platz.
Wenn wir aber verantwortungsvoll handeln und uns dieser Verantwortung gegenüber dem Mitgeschöpf Tier immer bewusst bleiben, gibt es keinen Grund, warum wir uns an unserer schönen Jagd nicht erfreuen dürfen sollten.
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Auf der sehr gut besuchten Jahreshauptversammlung des Vereins der Jäger im Odenwald e.V. gaben die Mitglieder ihrer Vorstandsriege zukunftsorientiert ein durchweg jüngeres Gesicht.
Heinrich Fischer, seitheriger Vorsitzender des VdJ leitete den Verein acht Jahre erfolgreich, mit Unterstützung einer hervorragenden Mannschaft, dem Erweiterten Vorstand. Schon seit langem war aber klar, daß mit 75 Jahren aus persönlichen Gründen an vorderster Reihe für ihn Schluß sein würde. Die gemeinsamen Bemühungen des Vorstandes, einen verjüngten Wahlvorschlag präsentieren zu können, fanden nun auf der JHV ihre Erfüllung.
Nach der Begrüßung der Anwesenden stellte der Vorsitzende die Beschlußfähigkeit der Versammlung fest und bat im Gedenken an die verstorbenen Mitglieder Hermann Hilsheimer, Robert Schneller, Werner Theys, Erich Lang, Georg Ripper und Prof. Dr. Walter Hofmann kurz innezuhalten.
Es sei hier darauf verzichtet, die Regularien einer normal ablaufenden JHV in aller Breite zu schildern, z.B. ein einstimmig akzeptierter Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden, Lob und Entlastung eines cleveren Schatzmeisters (Tobias Gatzke) sowie des Vorstandes u.a. ...
Diese Versammlung hatte ihre eigenen Überraschungen. Nachdem die neuen Vorstandskandidaten den Anwesenden vorgestellt worden waren und keine Gegenvorschläge aus der Mitgliederschaft kamen, drängte sich eine couragierte Dame namens Herta Wacker (die Kabarettistin Marlene Schwarz) ans Mikrofon und begehrte Mitsprache. Als schwer geplagte Jägersgattin aus Brensbach im Gersprenztal glossierte sie in breiter Odenwälder Mundart quer Beet die Probleme der Jäger und brachte abschließend die „Sache mit dem Ehrenamt“ auf den Punkt. Jeder Kandidat für ein Vorstandsamt solle der Versammlung vor der Wahl eine schriftliche Erlaubnis seiner Ehefrau vorlegen müssen – wegen der eventuellen anschließenden Jagd daheim... Ihr Beitrag wurde mit herzlichem Beifall bedacht.
Nach dieser gekonnt humorvollen Auflockerung, wählten die 113 anwesenden Mitglieder in offener Abstimmung die vorgeschlagenen Vorstands-Aspiranten jeweils einstimmig mit Enthaltung der Betroffenen.
Der neue geschäftsführende Vorstand sieht nun wie folgt aus:
Vorsitzender: Dr. Friedrich Denkhaus (54 Jahre)
1. Stellvertreter: Harald Weisker (65 Jahre)
2. Stellvertreter: Tobias Gatzke (34 Jahre)
Schatzmeister: Tobias Gatzke
Stellv. Schatzmeister: Marc Moder (27 Jahre)
Geschäftsführer: Alexander Beck (33 Jahre)
Im erweiterten Vorstand, dem der Kreisjagdberater und die HG-Leiter kraft Amtes sowie die Ressortverantwortlichen (Hundewesen, Brauchtum und Jungjägerausbildung, Bläsercorps, Schießwesen, Rehwildsachverständige, Öffentlichkeitsarbeit) per Wahl angehören, ergaben sich lediglich kleine Veränderungen: Heinrich Fischer wird Beauftragter für Naturschutz und Stellvertreter von Harald Hecht / Öffentlichkeitsarbeit. Stellvertreter im Naturschutzbeirat soll Dr. H.P. Schauffler werden. Dr. Denkhaus und Heinrich Fischer (Stellvertreter) wurden für den Jagdbeirat beim Odenwaldkreis nominiert.
Nach erfolgter Vorstandswahl dankte der neue Vorsitzende, Dr. Denkhaus, der Versammlung für das entgegengebrachte Vertrauen. Anschließend überreichte er seinem Amtsvorgänger Heinrich Fischer für dessen Engagement für die Jagd, unter großem Beifall der Anwesenden, die silberne Ehrennadel des LJV und als Dank des Vereins edle Weine.
Anschließend wurden 8 Mitglieder des Bläsercorps des Vereins der Jäger für fünfjährige Treue mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet. Es sind dies Joachim Götz, Gerhard Kiesel, Karl-Heinz Linke, Marius Mohr, Christina Mohr, Regina Reichard, Bernhard Toebe und Hans Volk.
Bei der nun folgenden Würdigung langjähriger Mitgliedschaft ehrte er für 60 Jahre: Gerhart Schmidt (Michelstadt) und Georg Trautmann (Unter-Ostern); 50 Jahre: Ludwig Völker (Dieburg); 40 Jahre: Wilhelm Heiermann (Rehbach), Willi Petersik (Hüttenthal), Hans Schäfer (Bad König), Uwe Neumann, Heinrich Heusel (beide Breuberg), Jürgen Mühlhäuser, Günter Adler (beide Michelstadt), Helmut Götz (Reichelsheim) und Willi Brohm (Würzberg); 25 Jahre: Edgar Herbert Halboth und Marga Halboth (beide Breuberg), Günter Meffert (Beerfelden), Winfried Fischer (Heidelberg), Jürgen Spiegelhauer (Brombachtal), Jürgen Oesterling, Thomas Grießer (beide Fränkisch-Crumbach) und Hubertus Kasper (Eulbach).
Heinrich Fischer und Heinrich Friedrich wurden zudem zu Ehrenmitgliedern ernannt. Umrahmt wurde die Veranstaltung von gekonnten Vorträgen des Bläsercorps des Vereins der Jäger im Odenwald e.V.
Harald Hecht
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Bei spätherbstlichem Wetter machte sich die Klasse 4a gemeinsam mit Herrn Bernd Walther auf, einen Vormittag im Wald zu verbringen. Nachdem das Thema Wald zur Zeit unser Thema im Sachunterricht ist, wollten wir gemeinsam mit einem Experten und Jäger natürlich auch vor Ort alles noch einmal genau anschauen. Unter dieser fachmännischen Leitung sollte dieser Morgen für uns sehr interessant und spannend werden.
Schön war auch, dass uns trotz des nicht perfekten Wetters viele Mamas und auch ein Hund begleiteten. Gemeinsam mit Herrn Walther einige Schätze unseres Lernkoffers Natur auszuprobieren und einzusetzen, war besonders schön. Denn schließlich hatte er sich im vergangenen Jahr dafür eingesetzt, dass die Grundschule Mossautal diesen tollen Koffer erhält. Gut ausgestattet ging es also nach einer kurzen Begrüßungsrunde im Klassensaal los…
Schon auf unserem Weg in den Wald konnten wir sehr vieles entdecken und Herr Walther erklärte uns alles ganz genau. Es war super, dass wir nun im Wald all das sehen und auch anfassen konnten, worüber wir zuvor im Unterricht gesprochen und was wir gelernt hatten. Darüber hinaus haben wir noch viel Neues erfahren und gelernt - über die Bäume, Sträucher, Gräser und Farne, denen wir auf unserem Weg durch den Wald begegneten. Alle hörten gespannt zu und begaben sich immer wieder auf die Suche nach Neuem. Es war toll, was es im Wald alles zu entdecken gab. Besonders beeindruckt waren wir von dem riesigen Dachsbau an den wir uns heranschlichen. Immer wieder hatte sich Herr Walther schöne Spiele überlegt und die Kinder mussten die unterschiedlichsten Aufgaben erfüllen. So schlüpften z.B. alle in die Rolle von Eichhörnchen und mussten ihre Wintervorräte in Form von Maiskörnern im Wald verstecken. Auf dem Rückweg und einige Zeit später galt es nun für die „Eichhörnchen“ all ihre versteckten Schätze wieder zu finden. Wir Erwachsenen waren sehr beeindruckt, denn wir hatten perfekte „Eichhörnchen“ dabei - alle Maiskörner wurden wieder gefunden.
Vielen Dank noch einmal an Herrn Walther, der sich an diesem Vormittag extra für uns Zeit genommen hatte und sich sehr viel Mühe mit uns gegeben, uns vieles gezeigt und alles sehr geduldig und kompetent erklärt hat. Am nächsten Morgen in der Schule haben wir noch ausführlich über unseren Waldvormittag gesprochen und unser neues Wissen gesammelt. Wir waren uns alle einig, dass es solch schöne Erlebnisse ruhig öfter geben sollte.
Petra Appel
Mitarbeiter bei der Blaser Jagdwaffen GmbH
Wann: Donnerstag 16.09.2010
Wo: Kegelbahn Airlenbach - Eichenstrasse 53 A - 64743 Airlenbach
Uhrzeit: 20.00 Uhr
Der Eintritt ist frei!
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v.l. Lehrerin Petra Appel, zukünftig verantwortlich für Lernort Natur an der Grundschule Mossautal, Vorsitzender der Vogelschutzgruppe Marbachtal Reiner Neff, Hegegemeinschaftsleiter Bernd Walther und Rektorin Monika Braun |
Hegegemeinschaft Mossautal, Vogelschutzgruppe Marbachtal und Bürgersinn Mossautal kaufen „Lernort Natur Koffer“ für die Grundschule.
Am 4.12.2009 wurde durch den Leiter der Hegegemeinschaft Mossautal, Bernd Walther und den Vorsitzenden der Vogelschutzgruppe Marbachtal, Reiner Neff der reichhaltig ausgestattete „Lernort - Natur – Koffer“ an die Grundschule Mossautal übergeben. Der Koffer wurde von der Stiftung „Natur und Mensch“ ,welche vom Deutschen Jagdschutzverband DJV gegründet wurde, entwickelt und enthält unter anderem Tastfelle, Becherlupen, ein Fernglas der Firma Zeiss für Tierbeobachtungen , diverse Anleitungen für Waldspiele und mehrere Bestimmungshefte für unsere heimische Fauna und Flora.
Das außergewöhnlich wertvolle Geschenk erhielt die Mossautaler Grundschule verbunden mit dem Wunsch, die Kinder frühzeitig mit unserer heimischen Tier und Pflanzenwelt vertraut zu machen und die Zusammenhänge zwischen Wald und Wild zu vermitteln.
Während die Arbeit von Jägern, Förstern und Landwirten früher einem großen Teil der Bevölkerung bekannt war haben sich die gesellschaftlichen Interessen inzwischen gravierend verändert. „Die Lernort Natur Initiative des DJV bietet eine hervorragende Möglichkeiten einer weiteren Naturentfremdung entgegenzuwirken“, so Walther bei seiner Ansprache.
Um den vielfältigen Einsatz des Koffers optimal zu nutzen, ist für das kommende Jahr eine Schulung der Lehrkräfte durch sogenannte Waldpädagogen geplant, auch dies wird von der Hegegemeinschaft Mossautal, der Vogelschutzgruppe Marbachtal und dem Verein Bürgersinn Mossautal finanziell gefördert. Mit dem Inhalt des Koffers wird den Kindern eine Möglichkeit geboten, Ihr Wissen praxisnah weiterzuentwickeln und das Interesse an der Natur wieder zu erwecken. Die Grundschule erhält darüber hinaus fachliche Unterstützung durch Mitglieder der Hegegemeinschaft und der Vogelschutzgruppe. Die Lernort Natur Initiative des DJV hat sich mittlerweile in der Bildungsarbeit bundesweit etabliert. Aufgrund der Mossautaler Aktivitäten hoffen die Verantwortlichen auf Nachahmer im Odenwaldkreis.
Zwei Generationen in den Wald geschickt | |
ERBACH. Mit der von Heinrich Wilhelm Döbel im Jahr 1746 verfassten „Jägerpractica“, dem wohl ersten umfassenden Lehrbuch über das grüne Handwerk, ist die heutige Jägerprüfung nicht mehr zu bestehen. Und dass die Anforderungen immer höher geschraubt werden, zeigen die Ergebnisse des Jahrgangs 2009, in dem hessenweit ein Drittel der Kandidaten für das grüne Abitur durchgefallen ist.
Beim Jungjägerkurs Würzberg, der freilich bereits vor 23 Jahren in die angemieteten Ausbildungsräume am Waldgasthaus Habermannskreuz verlegt wurde, ist die Prüfungsstatistik des Landesjagdverbandes immer wieder Maß aller Dinge. Lag man doch über Jahre hinweg hinsichtlich der Abschlussquote regelmäßig in der Spitzengruppe aller hessischen Jägerkurse, nicht selten sogar ganz vorn.
Auch wenn das den aktuellen Absolventen nicht gelang, der fünfzigste Würzberger Jungjägerkurs war am Samstag ein Grund zum Feiern. Mit dem Stichtag 1. April 1953 wurde in Deutschland die Jägerprüfung, bestehend aus schriftlichem sowie mündlich-praktischem Teil und Schießprüfung, obligatorisch. Im Odenwald begann der Würzberger Revierförster Heinrich Trumpfheller im Jahr 1959 mit der Ausbildung von Jungjägern gemäß den neuen gesetzlichen Vorgaben.
Mittlerweile haben über tausend Grünröcke diesen jeweils über ein Jahr laufenden Kurs absolviert und die Jägerprüfung mit Erfolg bestanden. Angesichts der aktuell 550 im Odenwaldkreis registrierten Jägern wurden von dort aus also zwei Generationen in den Wald geschickt, wie Egbert Kessler am Samstag anmerkte. Er übernahm 1994 nach dem Tod von Heinrich Trumpfheller die Leitung des Kurses.
Wie schon sein Vorgänger vertraut der Diplom-Forstwirt Kessler dabei auf einen Stab von Ausbildern für die jeweiligen Fachgebiete. Stellvertretend nannte er hier Herbert Hallstein, der seit mehr als 20 Jahren den Jungjägern die Themen Hundewesen, Naturschutz und Forstwirtschaft vermittelt. In Erinnerung bleibt der im Jahr 2000 verstorbene Werner Steinmann, von dessen Fachwissen über Wild und Wald noch heute viele Jägerjahrgänge im Odenwald profitieren.
Auch wenn sich immer mehr kommerzielle Jagdschulen mit ihren Schnellkursen profilieren wollen, hat die Ausbildung beim Verein der Jäger im Odenwald weiterhin regen Zuspruch. So drücken auch jetzt wieder 15 angehende Jungjäger dreimal die Woche die Bänke im Ausbildungsraum mit seiner Fülle von Anschauungsmaterialien. Und die Odenwälder Revierpächter wissen diese sorgfältige Vorbereitung auf das Waidwerk zu schätzen.
Die Jungjäger aus dem Würzberger Kurs sind bei ihnen im Revier gern gesehen, finden in der Regel schnell Anschluss und Jagdgelegenheiten. Dabei werden sie allerdings noch so manches erfahren, was der Jägerkurs nicht vermitteln konnte: Theorie ist gut, doch „die richtige Praxis lernt man erst hinterher“, so Heinrich Fischer als Vorsitzender der Odenwälder Jäger.
Am Jubiläumsabend erhielten auch jene acht Jungjäger ihren Jägerschlag, die nach der Ausbildung im Würzberger Kurs und bestandener Prüfung nun auf die Pirsch gehen dürfen. Dies sind Marcel Bahr (Bullau), Thore-Christian Becker (Lützelbach), Axel Engelhardt (Erbach), Alexander Frank (Michelstadt), Klaus-Dieter Jantke (Brombachtal), Dieter Schwab (Rothenberg), Gört Serba (Lützelbach) und Nicolai Wolf (Schaafheim). | |
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Immer mehr Sauen unter den Rädern
Jagd und Hege: Zahl der Wildunfälle mit Schwarzkitteln verdreifacht – Doch auch die Jäger erlegen mehr als je zuvor
MICHELSTADT. Im vergangenen Jagdjahr kollidierten im Odenwaldkreis nach offiziellen Angaben mehr als 1300 Autos oder Motorräder mit einem Wildtier. Welche Schadenssumme dadurch den Versicherungen entstand, ist ebenso nicht bekannt wie die Dunkelziffer der nicht gemeldeten, also auch nicht registrierten Wildunfälle. Auffällig ist, dass immer mehr Wildschweine unter die Räder kommen, wie am Samstag bei der Hauptversammlung des Vereins der Jäger im Odenwaldkreis zu erfahren war.
So holten die Jäger 2008/09 im Kreisgebiet 211 tote Sauen aus dem Straßengraben, dreimal so viele wie im Jagdjahr zuvor. Ein Grund dafür dürfte hier die von den Waidmännern beobachtete und von Landwirten beklagte Zunahme dieser robusten Wildart sein, was wiederum auf die günstigen Lebensbedingungen und milde Winter zurückzuführen ist.
Kreisjagdberater Helmut Trautmann (Reichelsheim) sprach auch von der „Problemwildart“ und rief dazu auf, die Sauen scharf zu bejagen. Doch müsse der Jäger – so hätten schlaue Leute ausgerechnet – im Schnitt 18 Stunden auf dem Hochsitz ausharren, bis ihm ein Wildschwein vor die Büchse komme. Dennoch kamen im abgelaufenen Jagdjahr 1850 Schwarzkittel zur Strecke, so viele wie nie zuvor im Odenwaldkreis und 200 mehr als im Vorjahr, in dem allerdings schon ein Plus von gut 700 Stück notiert werden musste.
Leicht rückläufig ist die Unfallhäufigkeit mit Rehen: 436 (Vorjahr 449) verendeten auf den Straßen. Trautmann vermutet auch einen Rückgang der Bestände dieser Wildart, von der 2700 Stück Odenwaldkreis erlegt wurden. Recht ist dies den Förstern, denn der Verbiss an jungen Bäumen habe eindeutig nachgelassen, so der Kreisjagdberater zu diesem wohl ewigen Streitpunkt zwischen Jagd und Forst.
Eifrig zeigten sich die Jäger bei der Fuchsjagd, exakt 2001 Rotbälge kamen mit der Waffe zur Strecke, 244 in Fallen, 288 wurden Opfer des Straßenverkehrs. Dies sollte der Population der Feldhasen zugute kommen. Doch kamen auf 60 geschossene Langohren 269, die auf der Straße ihr Leben ließen. Als Räuber macht sich auch immer häufiger der Dachs bemerkbar, der sich zuletzt gut vermehrt hat, so Trautmann. Hier könnten die Grünröcke durchaus schärfer eingreifen.
Von der stattlichsten Wildart im Odenwald, dem Hirsch, erlegten die Jäger im hessischen Teil des Mittelgebirges 282 Stück, wobei allerdings von der Jagdbehörde ein Abschuss von 345 Tieren in unterschiedlichen Altersklassen vorgegeben war. Scharf ging der Kreisjagdberater hier mit bekannt gewordenen Verstößen gegen die Fütterungsvorschriften ins Gericht, lobte aber gleichzeitig die Einigung der Revierpächter rund um Rothenberg auf ein einheitliches Konzept, wie dem Rotwild mit Zufüttern zu helfen ist. Immer wieder beklagen die Jäger, dass sich Hirsch und Hirschkuh in manchen Bereichen des Odenwalds kaum noch blicken lassen. Dies sei nur mit attraktiven Einständen und Äsungsflächen, aber nicht mit übertriebener Fütterung zu ändern, so Trautmann.
Einmal mehr mahnte Heinrich Fischer (Finkenbach), der Vorsitzende des Vereins der Jäger, die Abschaffung der Jagdsteuer im Odenwaldkreis an, die er als „unzeitgemäß und ungerecht“ bezeichnete. „Das ist sicherlich keine gerechtfertigte Steuer mehr“, erkannte auch Dietrich Kübler auf der Hauptversammlung an, selbst Jäger und ab 1. September Landrat des Odenwaldkreises. Für eine Abschaffung brauche er aber „Verständnis im Kreistag“.
Im Vorstand des Jägervereins übernimmt Oliver Kreiling (Höchst) das Amt des Geschäftsführers. Er löst Carl Ahrens ab, der aus geschäftlichen und privaten Gründen aufhören musste. Kassenwart Tobias Gatzke erwähnte, dass unverändert 473 Mitglieder in den Listen stehen, mit einem Durchschnittsalter von immerhin 57,3 Jahren.
the 21.4.2009
Hirsche auf gutem Weg, aber Sauen machen Sorge
Waidwerk: Rotwildjäger im Odenwald zeigen aktuellen Stand ihrer Bemühungen um gute Verhältnisse in Wald und Flur auf
ODENWALD/EBERBACH. Die Jäger der Rotwildgebiete im Odenwald, die sich über den Süden und Osten des Mittelgebirges erstrecken, sehen sich bei ihren Bemühungen um ein für die übrigen Nutznießer von Forst und Flur verträglichen Hirschbestand auf dem richtigen Weg.
Sorgen bereitet ihnen hingegen ein Problem, das auch ihre Kollegen in Revieren ohne Rotwild betrifft: die wachsende Gefahr einer Ausbreitung der Schweinepest auf den Odenwald. Beides haben die Waidmänner bei ihrer jährlichen Konferenz mit Hegeschau thematisiert, zu der sie sich nun im baden-württembergischen Eberbach trafen, an das bedeutende Rotwildgegenden wie die von Rothenberg und Sensbachtal angrenzen.
Wie Harald Hecht für den Dachverband berichtet, war es der Leitende Ministerialrat Karl Apel von der obersten Jagdbehörde in Hessen, der in seiner Ansprache das zunehmende Schweinepestrisiko in die Diskussion einbrachte. Ebenso ging er auf die klassischen Problemseiten der Jagd im Rotwildgebiet ein, zu der das Auftreten von Schälschäden gehört, die der Forstwirtschaft und dem Naturhaushalt zu schaffen machen.
Dabei rief Apel die Waidmänner dazu auf, gemeinsam mit den Vertretern anderer Interessengruppen und Behörden an der Beseitigung der Schwierigkeiten zu arbeiten. Die Übereinstimmung der Waidmänner mit dieser Zielsetzung bekundete Bezirksjägermeister Dieter Henning. Seine Aussage stützte Vereinsvorsitzender Andreas Wiese mit seiner Präsentation der jagdlichen Ergebnisse des Jagdjahres 2008/2009. Mit dem Abschuss von 484 Rothirschen wurden demnach 34 Tiere mehr erlegt als im Jagdjahr 2007/2008. Das bedeutet eine Erfüllung der Vorgaben zu 80,7 Prozent, was Wiese als ein für das schwierig zu bejagende Rotwildgebiet Odenwald als beachtliches Ergebnis bezeichnete.
Auch die Verteilung des Rotwilds über die 46 000 Hektar des Bestandsgebiets habe sich mit einer ausgeglicheneren Streuung gegenüber den Vorjahren leicht verbessert.
Regionale Rotwildarbeitsgemeinschaften sollten auf freiwilliger Basis zu einer gemeinsamen Abschussplanung führen, appelierte Wiese. Revierübergreifenden Jagden insbesondere auf Schwarzwild und ein abgestimmtes Winterfütterungsverhalten seien weitere Ziele der von ihm gewünschten verstärkten Koordination. Die Statistik, wonach zuletzt 252 weibliche und 232 männliche Hirsche abgeschossen wurden, weise auf ein Verhältnis von etwa 1:1 hin und spreche dafür, dass die Geschlechterverteilung in der freien Wildbahn stimme.
Andreas Wiese betonte zudem, dass eine gezielte Hege offenbar auch ansonsten ihre Früchte trüge. Das zeige sich an der Qualität der Geweihmerkmale. Seine besondere Freude äußerte der Fachmann darüber, dass nach dem Jagdjahr 2006/2007, in dem nicht ein reifer Hirsch vom zehnten Kopf und älter erlegt wurde, nun sieben sehr starke Erntehirsche ausgestellt seien.
Als zentrale Aufgabe der Odenwälder Jäger formulierte Wiese das Ziel, die Schweinepest im Odenwald zu vermeiden. Sie ergibt sich aus der wieder zunehmenden Ausbreitung der Seuche, die bereits auf Nachbarregionen des Mittelgebirges übergegriffen hat. Der Vorsitzende appellierte vor diesem Hintergrund eindringlich an die Jäger, sich in Bezug auf Schwarzwildkirrungen streng an die eindeutige Gesetzes- und Verordnungslage zu halten.
Ein neues Ermittlungsverfahren der Schälschäden von Hessen-Forst, in dessen Entwicklung der Landesjagdverband eingebunden war, bezeichnete der Fachmann als bisher objektivste Verfahrensweise, um Verbissfolgen zu ermitteln.
Die ersten Ergebnisse für den hessischen Odenwald lägen nun vor und deuteten eine relativ hohe Schadensquote an. Dazu nahm Wiese mit der Erklärung Stellung, die Rotwildjäger stünden dem Erhalt des Rotwildes, aber auch den Waldeigentümer gegenüber in der Verantwortung. Nur gemeinsames und revierübergreifendes Handeln, wie es die Rotwildarbeitsgemeinschaften ermöglichten, könne diesem Spannungsfeld gerecht werden und starke Schälschäden vermeiden helfen.






