Geschichte des Jagdhundes

 

Der Hund nimmt den Platz des ältesten Haustieres ein. Seine Domestikation hat wahrscheinlich vor 8 bis 16 000 Jahren stattgefunden. An Stelle der natürlichen Selektion  trat nach dem Haustierwerden die künstliche Zuchtwahl durch den Menschen. Hier lag bereits der Beginn der verschiedenen Hunderassen.

 

 

 

Es hat sicher Jahrhunderte gedauert, bis der Hund vom reinen Haustier zum Jagdhund avancierte. Bereits um die Zeitenwende kennen wir zwei Gruppen von Jagdhunden der Donaukelten, nämlich den „Vertragus“ ( = der Hetzhund) und den Segusierhund, die Keltenbracke, die mit tiefer Nase die Fährte verfolgte, die jagte.

 

 

 

Diese Keltenbracke ist der Stammvater des mittelalterlichen Leithundes und somit auch der Ahne des Hannoverschen Schweißhundes. Aus dieser Keltenbracke und ihren reinsten Nachkommen, den Bracken, stammt dann die heutige Vielfalt unserer Jagdhunde.  

 

Jagd ohne Hund ist Schund  

 

Ein altes Sprichwort sagt „ Jagd ohne Hund ist Schund“ oder „ Ein Jäger ohne Hund ist ein Tropf zu jeder Stund“. Es ist tatsächlich so, dass zur waidgerechten Jagd der brauchbare Jagdhund gehört. Man sollte aber nicht fordern, dass jeder Jäger einen Hund haben muss. Es gibt Menschen, die haben keinen „Draht“, keine Beziehung zu einem Hund. Wenn ein solcher Mensch einen Hund halten müsste, dann wäre es eine Qual für den Menschen und eine noch größere Qual für den Hund. Auch wenn die äußeren Verhältnisse ( Wohnung, Revier und dgl. ) oder beruflich bedingte Umstände ( Arbeitsprozess, keine Zeit für den Hund) nicht stimmen,  sollte man von der Haltung eines Hundes absehen, wenn auch der Gesetzgeber bei bestimmten Jagdarten den Einsatz brauchbarer Jagdhunde vorsieht.( § 1 Abs.3 BJG).

 

Zwingend vorgeschrieben ist der Einsatz brauchbarer Jagdhunde bei der Nachsuche.  Hier kann der Jagdausübungsberechtigte aber auch nachweisen, dass ihm brauchbare Jagdhunde anderer Halter  regelmäßig zur Verfügung stehen. Jagdlich brauchbare Hunde müssen ihre Brauchbarkeit auf einer Prüfung nachgewiesen haben. Wer  z.B. mit einem ungeprüften Hund nachsucht, begeht eine Ordnungswidrigkeit ( § 42 Abs. 1 Nr. 14 HJG).

 

Eine Jagd ohne vorgeschriebene brauchbare Jagdhunde kann u.U. ein Verstoß gegen die Waidgerechtigkeit sein und als solcher zur jagdrechtlichen Unzuverlässigkeit i.S. des § 17 Abs. 2 Nr. 4 BJG erklärt werden. ( Verlust des Jagdscheines). Im Jagdgebrauchshundverband, dem Dachverband aller Jagdhunde, sind alle Hunde aufgeführt, die an jagdlichen Prüfungen teilnehmen dürfen.  Wenn auch in Hessen, wie in verschiedenen anderen Bundesländern in den letzten Jahren bezüglich der Zulassung zu den Brauchbarkeitsprüfungen gewisse Zugeständnisse und Lockerungen getätigt wurden, sollten die Jäger doch bei den etablierten Jagdhunden bleiben und auf diese zurückgreifen. 

 

Unsere Zuchtverbände haben in jahrzehntelanger, gezielter Leistungszucht Jagdhunde für alle unsere Jagdarten hervorgebracht. Unsere Altvorderen wie z.B. Hegewald, Oberländer, Andreas, Rudolf Frieß, Dr. Lackner, um nur einige Namen zu nennen, haben die Grundlagen unserer heutigen Rassen gelegt. Wir haben heute eine ganze Reihe von Vorstehhunden, Stöberhunden, Apportierhunden, Bauhunden und Schweißhunden als Spezialisten, wo jeder Jäger für sein Revier und für seinen Geschmack  den passenden Hund finden kann. Bei den meisten Rassen sind die entsprechenden Anlagen durchgezüchtet und gefestigt. Selbstverständlich hat man entsprechend der jagdlichen Situation das züchterische Augenmerk auf die eine oder andere Anlage gelegt, wobei man Manches gefördert, anderes aber mehr oder weniger unterdrückt hat.

 

Auch hat sich in der Führung und Ausbildung unserer Jagdhunde in den letzten fünfzig Jahren  vieles verändert. Man hat sich selbstverständlich auch hier die Erkenntnisse der Verhaltensforschung zu eigen gemacht. Der Jagdhund ist heute nicht mehr die „Waffe“ des Jägers sondern er ist der ständige jagdliche Begleiter, Freund und Helfer, der die für seine Aufgabe entsprechende Prägungs – und Sozialisierungsphase bewusst durchleben durfte.  

 

 

„Niemals möchte ich es wagen,

ohne guten Hund zu jagen;

so er fehlt, wo`s immer sei,

wird die Jagd zur Luderei“

 

(K.Andreas)  

 

Führerkurse mit anschließender Brauchbarkeitsprüfung bietet in jedem Jahr der Verein der Jäger im Odenwald an. Infos dazu unter www.odenwaldjaeger.de - Hundewesen